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Eine 'neue Soziale Welt'

Überlegungen zur Mikro-Soziologie des Cyberspace

Michael Schetsche

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Abstract

Wegen der anhaltenden Debatte um die sozialen Auswirkungen der neuen IUK-Technologien übersehen wir leicht, dass die fortgesetzte Nutzung der Netzwerkmedien in großem Umfang künstliche Interaktionsräume hervorbringt. Bei deren Analyse ist die Soziologie besonders dort gefragt, wo dauerhafte künstliche Sozialräume mit eigenen Regelsystemen und spezifischen (virtuellen) Handlungspraxen entstehen. Mein Blick richtet sich deshalb im ersten Teil des Beitrags - nach einer technischen und mediensoziologischen Phänomenologie der Netzwerkmedien - gezielt auf künstliche Umwelten hoher Interaktionsdichte, die sog. Avatara-Welten (eine grafische Weiterentwicklung des traditionellen MUD). Anhand dieser speziellen Interaktionsumgebungen werde ich im zweiten Teil drei potentielle Untersuchungsfelder einer Mikrosoziologie des Cyberspace exemplarisch beleuchten: die Bedeutung des Körpers, das 'Spiel' mit Identitäten und die Konfrontation des Menschen mit künstlichen Akteuren. Im Mittelpunkt der soziologischen Betrachtung des Cyberspace (als durch die Nutzung der Netzwerkmedien konstituierter sozialer Raum) steht dabei weniger die Analyse des Datenraumes und des Informationsflusses, als vielmehr die Beobachtung und theoretisch angeleitete Rekonstruktion der kollektiven Handlungspraxen. Abschließend formuliere ich fünf Forschungshypothesen, die am Beginn der von mir eingeforderten empirischen Analyse dieser 'neuen sozialen Welt' stehen könnten. In ihnen geht es um die Entstehung künstlicher Umwelten, die Telepräsenz als zweite soziale Standardsituation, die zunehmende reflexive Zugänglichkeit von Körperpraxen, den Umgang mit künstlichen Akteuren sowie die evolutionäre Entwicklung des Cyberspace.



Abstract - englisch

Because of the continuous debate about the social effects of the new communication and information technologies, we tend to overlook the fact that the use of network media creates various artificial social environments. When analyzing these environments, sociologists are faced with complex artificial social spheres with their own sets of rules and particular (virtual) practices. The first part of the article focuses on artificial environments with high interaction density, the so-called "avatara worlds". After considering these particular environments, the potential research fields for a micro-sociology of cyberspace are highlighted in the second part: the meaning of the body, "playing" with identities and the confrontation of human beings with artificial actors.



Links

Links zum Thema gibt es im DISC "Echtzeit. Das soziale Leben im Cyberspace" unter
http://www.creative-network-factory.de/cybertheorie/soziosphaere/disc.shtml

Verschiedene grafische Repräsentationen des Cyberspace finden ich im "Atlas of Cyberspace"
http://www.cybergeography.org/atlas/






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