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Netzwerkerinnen in Russland Die Digitale Vernetzung der Frauenbewegung
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AbstractWenn die Sozialwissenschaften nach dem Demokratisierungspotenzial der Netzwerkmedien fragen, stehen im Zentrum der Betrachtung zwei Sphären, die in der Mediengesellschaft eng miteinander verwoben sind: Öffentlichkeit und Zivilgesellschaft. In der westdeutschen und US-amerikanischen Forschung besteht weit gehendes Einvernehmen darüber, dass die neuen Informations- und Kommunikationstechnologien (IuK-Technologien) völlig neuartige Vernetzungsmöglichkeiten eröffnen. Prinzipiell bieten WWW und E-Mail z.B. sozialen Bewegungen neue "Nischen", um sich zu organisieren und ihre Anliegen jenseits von oder ergänzend zu massenmedialen Aufmerksamkeitskanälen öffentlich zu vertreten. Diese demokratietheoretischen Potenziale der neuen Technologien könnten gerade im Hinblick auf die jungen Demokratien Ost- und Ostmitteleuropas von Interesse sein. Umso mehr verwundert es, dass die Transformationsforschung die Netzwerkmedien - wie übrigens auch die Medien allgemein - bislang kaum in die Analyse der aktuellen gesellschaftlichen Veränderungen in den ehemals sozialistischen Staaten einbezieht. In diesem Aufsatz werden zunächst die wichtigsten Argumente in der Debatte über mögliche sozial und politisch relevante Aneignungen der IuK-Technologien diskutiert. Sodann wird am Beispiel der russischen Frauenbewegung die Netznutzung durch eine konkrete soziale Bewegung in einem Transformationsland untersucht. Dies geschieht auf der Grundlage einer Website-Analyse und mehrerer Interviews mit Expertinnen. Auch wenn in der Russischen Föderation längst nicht überall die technischen, ökonomischen und sozialen Voraussetzungen für eine breite Nutzung der Netzwerkmedien gegeben sind, nimmt die Internetnutzung auch hier stetig zu. Dennoch erweist sich der Anschluss der Frauenbewegung an eine breitere Öffentlichkeit über die Kommunikationsmodi der IuK-Technologien nach wie vor als äußerst schwierig. Die Vorteile, die soziale Bewegungen aus der netzbasierten Kommunikation ziehen können, liegen vielmehr im Bereich der Gruppenorganisation und der Aufrechterhaltung von Kontakten. Dies führt zu ambivalenten Schlussfolgerungen hinsichtlich des Einflusses des Internet auf die Ausbildung alternativer Öffentlichkeiten innerhalb der Russischen Föderation. |
Abstract - englischWhen considering how the use of new information and communication technologies can positively influence the process of democratisation, social scientists in Western Europe and the United States often focus on two closely overlapping spheres: 'civil society' and the public sphere. There seems to be general agreement on the fact that network media offer new possibilities for the organisation and public outreach of non-governmental associations and social movements. Surprisingly, however, these theoretical assumptions have not so far influenced academic discussion about societies in transition, such as the formerly socialist countries in Eastern Europe. On the basis of several interviews with activists of the Russian Women's movement, the article looks at how a concrete social movement tries to make use of the new options opened up by the Internet. The theoretical suppositions about the potential for democratisation are compared to the actual technical, economical and social preconditions for wider use of the network media in the Russian context. This leads to ambivalent conclusions concerning the influence of the Internet on the organisation of alternative public spheres in the Russian Federation. |
Links
"Webring" 14 russischer Frauenorganisationen |
Literatur
Hapke, Andrea u. Andrea Jana Korb (2001): |
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E-Mail: kontakt@creative-network-factory.de --- Ein Projekt der Creativen-Network-Factory |